Definition
Eine Risikomatrix ist ein Werkzeug zur strukturierten Bewertung und Visualisierung von Risiken innerhalb eines QM-Systems. Sie ordnet identifizierte Risiken anhand zweier Achsen – typischerweise Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß – in ein Raster ein und macht so auf einen Blick sichtbar, welche Risiken vorrangig behandelt werden müssen. In QM-Software ist die Risikomatrix meist als interaktives Modul umgesetzt, das Risiken automatisch klassifiziert, farblich kennzeichnet und mit Maßnahmen verknüpft.
Warum Risikomatrix wichtig ist
Normen wie ISO 9001 und ISO 13485 fordern einen risikobasierten Ansatz im Qualitätsmanagement – die Risikomatrix ist das zentrale Instrument, um diesen Ansatz nachvollziehbar und auditierbar umzusetzen. In einer QM-Software übernimmt das Modul nicht nur die Darstellung, sondern auch die Versionierung, die Zuweisung von Verantwortlichkeiten und die Dokumentation von Maßnahmen und deren Wirksamkeit. So entsteht ein lückenloser Nachweis, der bei internen Audits oder Zertifizierungen direkt vorgelegt werden kann – ohne aufwendige manuelle Aufbereitung in Tabellen oder Präsentationen.
Beispiel
Ein Medizintechnikunternehmen erfasst in seiner QM-Software den Risikoeintrag „Fehlerhafte Kalibrierung eines Messgeräts". Die Software berechnet aus der eingetragenen Eintrittswahrscheinlichkeit (selten) und dem Schadensausmaß (kritisch für die Produktsicherheit) automatisch eine hohe Risikoprioritätszahl und ordnet das Risiko in der Risikomatrix dem roten Bereich zu. Daraufhin wird direkt im System eine Korrekturmaßnahme mit Fälligkeitsdatum und zuständiger Person hinterlegt. Nach Abschluss der Maßnahme dokumentiert die Software die erneute Bewertung – das Risiko wandert in den grünen Bereich und ist für das nächste Audit vollständig nachvollziehbar protokolliert.
Verwandte Begriffe
- Risikobeurteilung
- FMEA
- Korrekturmaßnahmen
- Auditmanagement
- ISO 9001
