Definition
Eine Prozesslandkarte ist eine grafische Übersicht aller relevanten Prozesse eines Unternehmens und ihrer Wechselbeziehungen – gegliedert in Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse. In einer QM-Software ist sie fester Bestandteil des Prozessmanagements und dient als zentraler Einstiegspunkt in die gesamte Prozessdokumentation. Sie macht auf einen Blick sichtbar, wie Prozesse miteinander verknüpft sind und wer für welchen Bereich Verantwortung trägt.
Warum Prozesslandkarte wichtig ist
Normative Anforderungen wie ISO 9001 verlangen, dass Unternehmen ihre Prozesse und deren Zusammenhänge systematisch erfassen und steuern. Eine in der QM-Software hinterlegte Prozesslandkarte erfüllt genau diese Anforderung – und geht gleichzeitig darüber hinaus: Sie verknüpft jeden Prozess direkt mit den zugehörigen Dokumenten, Verfahrensanweisungen, Zuständigkeiten und Kennzahlen. So wird die Karte zum navigierbaren Rahmen Ihres gesamten QM-Systems, nicht nur zu einem statischen Schaubild. Für Audits liefert sie den Prüfern auf Anhieb den Überblick, den sie benötigen – und spart Ihnen wertvolle Vorbereitungszeit.
Beispiel
Ein Medizintechnikunternehmen mit 80 Mitarbeitern pflegt seine Prozesslandkarte direkt in der QM-Software. Auf der obersten Ebene sind drei Kernprozesse abgebildet: Produktentwicklung, Fertigung und Reklamationsbearbeitung. Ein Klick auf „Reklamationsbearbeitung" öffnet die hinterlegte Prozessbeschreibung, zeigt den verantwortlichen Prozesseigner, verlinkt die zugehörige Verfahrensanweisung und zeigt aktuelle KPIs wie die durchschnittliche Bearbeitungszeit. Beim internen Audit nach ISO 13485 navigiert der Auditor eigenständig durch die Karte – ohne dass der Qualitätsmanager jeden Schritt erklären muss.
Verwandte Begriffe
- Prozessdokumentation
- Prozessmanagement
- Dokumentenlenkung
- Audit-Management
- Qualitätsmanagement-Software
